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Aktuelles & Tier- und Naturschutz » Leider üblich, Pestizide – gratis vom Bauern, aber schlecht für die Gesundheit.
25Jul

Leider üblich, Pestizide – gratis vom Bauern, aber schlecht für die Gesundheit.

Nicht ungewöhnlich an einem normalen Werktag gegen 9:00 Uhr am südlichen Dorfrand irgendwo in der Gemeinde: Bei absolut trockenem Wetter, es sind um die  24°C, strahlender Sonnenschein und es weht ein frischer Süd-West-Wind, spritzt ein Bauer anscheinend völlig sorglos Krautregulierer zur Vorbereitung der Kartoffelernte, Sikkation genannt. Bei dieser chemischen Austrocknung werden immer häufiger auch Glyphosate, wie in den ROUND-UP-Produkten enthalten, verwendet. Neueste Studien belegen die gesundheitlichen Risiken, wie die Veröffentlichung von GLOBAL 2000 und FRIENDS OF THE EARTH AUSTRIA. Hier mehr:    Das meiste von dem Sprühzeugs landet vermutlich durch Abdrift und Verdunstung in den Hausgärten am Dorfrand. In südlicher Ferne drehen munter Windräder ihre Runden und liefern brav Strom.

Was da in die Luft geblasen wird und wurde, will vermutlich niemand so genau wissen oder sagen, die Dorfidylle soll nicht getrübt werden. Ist zwar gesetztlich streng verboten, aber kontrollieren oder melden tut’s eh keiner und anzeigen schon gar nicht – man will sich ja nicht unbeliebt machen. Nachher wird man nur schief angesehen und ist bis an sein Lebensende unten durch im Dorf oder als Spinner verschrien – war doch nur ein bißchen Geschmacksverstärker, so ähnlich wie Maggi, völlig harmlos. Der Schutzmechanismus funktioniert perfekt, alle schauen weg!

Trotzdem, hier mal die “gruseligen” Datenangaben eines gebräuchlichen Mittels zur Krautregulierung (Abreifsteuerung und Ernteerleichterung) von der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit:

Quelle: https://portal.bvl.bund.de/psm/jsp/index.jsp

Handelsbezeichnung       Reglone
Zulassungsnummer 050287-00, Zulassungsinhaber Syngenta Agro GmbH
Zulassungsende 31.12.16, Wirkungsbereich Herbizid
Wirkstoffgehalt 200 g/l Deiquat (374 g/l Dibromid), wasserlösliches Konzentrat
Gefahrenbezeichnung nach GefStoffV:   Umweltgefährlich, Sehr giftig

Kennzeichnung nach GefStoffV:

R 37/38 : Reizt die Atmungsorgane und die Haut
R 48/25 : Giftig: Gefahr ernster Gesundheits-Schäden bei längerer Exposition
durch Verschlucken.
R 50/53: Sehr giftig für Wasserorganismen, kann in Gewässern längerfristig schädliche Wirkungen haben.
R 26 : Sehr giftig beim Einatmen
R 43 : Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich

Ebenfalls gebräuchliche Mittel wie Basta, Shark oder Quickdown sind auch nicht viel besser.

Also sollte jemand in der Nachbarschaft eines Ackers in der nächsten Zeit Haut- oder Hustenreizung feststellen, einzelne Pflanzen verwelken oder irgendwann ein seltsames Pflanzen- und Fischsterben im Gartenteich beobachten, möglicherweise ist einer der Gründe jetzt bekannt. Auch die Zunahme von Allergien könnte damit zusammenhängen, wie Studien belegen.

Aber es soll hier nicht ein einzelner, möglicherweise um seine Existenz kämpfende Bauer an den Pranger gestellt werden. Es geht auch nicht um Angstmacherei. Optik, Kosmetik und der niedrige Preis bei Obst und Gemüse verlangen Tribut – von anerzogenem, manipulierten Konsumentenverhalten eingefordert. Riesige Chemiemultis verdienen daran prächtig – was “schier” ist ist schön, was schön ist, ist auch gesund. Das wird uns jedenfalls von morgens bis abends so eingetrichtert. Und Multis und Medien sorgen dafür, dass das auch so bleibt. Kaum eine Zeitung wird darüber viel berichten!

Viel wichtiger ist daher, Licht ins Dunkel der Pestizide und der übermäßigen oder falschen Dünngung zu bringen. Wir brauchen mehr gesunde, regionale Lebensmittel, im regionalen Wirtschaftskreislauf – ein Umdenken – ein neues Vertrauensverhältnis und neue, direkte Wirtschaftsbeziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern.

Michael Krause

Grüner Menschen-, Tier- und Naturschützer

 

 

 

 

 

 

 

 

Verfasst am 25.07.2014 um 11:46 Uhr von .
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