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Aktuelles & Tier- und Naturschutz » Neu Wulmstorf hält fest an Pestiziden
13Sep

Neu Wulmstorf hält fest an Pestiziden

Kurze Ergebnismeldung zum Antrag auf Pestizidverzicht:

Außer dem Grünen Joachim Franke mochte sich kein stimmberechtigtes Ausschussmitglied dem Antrag auf Pestizidverzicht anschließen!

Außer einem populären Feindbild, der Herkulesstaude, gab es keine konkreten Hinweise zu Ausnahmefällen, in denen der Einsatz von Pestiziden zu beantragen und durchzuführen wäre. Immerhin berichtete Herr Heinz vom Bauhof, dass in diesem Jahr erfreulicherweise von der Gemeinde bisher kein Einsatz von Pestizide beantragt und daher auch keine eingesetzt wurden. Das ist sehr löblich, keine Frage. Hoffen wir, dass es dabei bleibt!

Insgesamt machte die Beratung allerdings den Eindruck, dass es hier eher um eine Glaubensfrage als um eine Sachfrage ging. Die breite politische Mehrheit, der Bauhof und die Verwaltung glauben eben, dass ein Verzicht auf Pestizide nicht möglich sei.

Was an sachlichen Argumenten von den Pestizidgläubigen vorgebracht wurde, war folglich eher dürftig, banal und irrelevant – z.B. dass die Herkulesstaube bis zu vier Meter hoch werden kann oder mit dem Rasenmäher nicht zu bekämpfen ist. Besonders irritierte in der Tat, dass CDU-Ausschussmitglied Jan Hauschildt als Agraringenieur und landwirtschaftlicher Berater in einem Wortbeitrag andeutete, dass Essig ein zulässiges Spritzmittel sei. Es drängt sich der Eindruck auf, dass alle bisher vorgetragenen Informationen und Argumente schlicht ignoriert wurden und werden.

Somit ist festzuhalten, dass Neu Wulmstorf nach dem überwiegenden Willen der Politik und der Verwaltung auf Jahren, wenn nicht sogar auf Jahrzehnte, eine pestizidfreundliche Gemeinde bleiben wird, was immer auch passieren sollte – wohl bekomm’s!

Michael Krause

Verfasst am 13.09.2015 um 13:42 Uhr von .
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Kommentare

  1. Dr. Friedhelm Berger13. September 2015

    Sehr geehrte Bürger,

    an der Gemeinderatssitzung am 10.09.2015 wohnte ich als Zuhörer bei.

    Zuallererst möchte ich mich bei den Neu-Wulmstorfer Grünen für deren Einsatz für die Gesundheit der Bürger bedanken.

    Bis vor Kurzem wohnte ich seit nun 7 Jahren mit Erstwohnsitz in Elstorf. Gleich zu Beginn als wir hier herzogen und auch danach mussten wir erleben, dass wirklich vor dem ‘Schützenfest’ mit falschem Reinlichkeitsgedankengut die Gehsteige von leider sehr vielen Bürgern mit Glyphosat abgespritzt wurden. Aufgrund dieses Straftatbestandes und der fehlenden Kenntnis der Bürger bat ich meine Fachkollegen von der Landwirtschaftkammer und Bürgermeister Rosenzweig die Bürger nach dem Vorbild einiger CSU regierter Gemeinden in Bayern vor einer Strafe zuerst ausreichend aufzuklären und erst bei Wiederholung der Verstöße gegen dieses Verbot mit Geldbußen bis zu 50.000 Euro zu ahnden. Die zuständigen Kontrollpersonen kamen selbst zur Erkenntnis, dass man mindestens jedes 4 Haus bzw. Eigentümer in Elstorf abmahnen müsste. Wir kamen damals überein, dass über die Gemeinde der Verordnungstext publiziert wird, was auch mehrmals bis heute geschah.

    https://www.neu-wulmstorf.de/portal/meldungen/einsatz-von-pflanzenschutzmitteln-13002450-20160.html?rubrik=13000007

    Bzgl. der Pflanzenschutzverstösse sind ausser der Grünen auch die SPD immer mit informiert worden. Herr Grambow von der SPD wollte es als Kandidat zum Landrat in unserer schriftlichen Diskussion verstanden haben, ist er wohl nun auch durch die Pestizide und Mikroorganismen verwirrt?
    Gerade deshalb bin ich von der örtlichen SPD sehr enttäuscht, weil Worte und Taten weit auseinander liegen. Landwirte der freien Wähler und CDU sind sogar persönlich vom mir angesprochen worden und auf die fachlich falsche Wirtschaftsweise hingewiesen worden.

    Der befragte zuständige ‘Fachmann’ aus der Gemeinde bzw. Bauhof wie auch die Gemeinderäte der anderen Parteien haben sich anscheinend nicht die Mühe gemacht, die von den Grünen publizierten links zu den Alternativen zur Bekämpfung der Neophyten zu lesen. Wenn die Gemeindeverwaltung die Riesenbärenklau verteufelt und behauptet, dass man Herbizide bräuchte weil die Pflanzen bis zu 4 m hoch werden würden und die nackte Haut verbrennen würden und abmähen oder beweiden nichts nutzen würden, so sind dies eindeutig fachliche Falschaussagen. Selbst wenn Herbizide gegen das Pflanzenschutzgesetz zum Einsatz kommen sollten, so wirkt dies nur im ‘Jugendzustand’ der Pflanzen und muss mehrmals wiederholt werden. Eine selektive Beweidung würde den meisten Erfolg bringen, vielleicht sollte man einen Heidschnuckenverein gründen? Beim Abmähen sollte die Gemeinde eine Mähtechnik nutzen, die nicht den Boden verletzt und somit die Riesenbärenklau vermehrt bzw. begünstigt. In allen Fällen ist aber sicher zu stellen, dass es zu keiner Abdrift führt und dass die Flächen die nächsten 48 h nicht betreten werden können. Man sollte aber beachten, dass auch heimische Bärenklau und auch Brennnessel Verätzungen der bloßen Haut verursacht. Wer läuft durch diese Bestände ohne Hautbedeckung? Seltsamerweise sehen diese Gemeinderäte die Neophyten, die Bakteriosen die nicht nur Pflanzen schädigen sondern auch Menschen aber nicht.

    Herr Hauschildt von der CDU ist auch Agrarwissenschaftler http://www.cdu-neu-wulmstorf.de/jan-hauschildt. So frage ich mich, wie es dann angehen kann, dass er behauptet, die meisten Bürger würden keine Herbizide sondern in ihren Spritzen Essig ausbringen? Wann hat sich Herr Dipl.-Ing. agr. Hauschildt über die Änderungen (1999, 2005, 2012) im ‘deutschen Pflanzenschutzgesetz’ fortbilden lassen? Spritzt Herr Hauschildt selbst auch? Zur Nachhilfe bzgl. Essig diesen link
    http://www.agrarheute.com/unkraut-gehwege

    https://www.neu-wulmstorf.de/portal/meldungen/einsatz-von-pflanzenschutzmitteln-13002450-20160.html?rubrik=13000007

    Wollte Herr Hauschildt die Bürger zur Rechtswidrigkeit aufrufen?

    Mit Ausnahme der Grünen von Neu-Wulmstorf haben alle anderen Parteien mir diesen Eindruck nach dieser Sitzung und der vorherigen Aufklärung vermittelt: ‘Kampf den Neophyten mit der chemischen Keule’ und ‘wir Gemeinderäte wollen für Euch Bürger die totale gesundheitsschädliche Begasung, was interessieren uns Gesetze und Verordnungen der BRD oder EU.’

    Dr. rer. hort., Dipl.-Ing. agr. Friedhelm Berger,
    Umweltbund, Initiative der Imker, Landwirte und Verbraucher e. V.

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