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Naturschutz » Ist die Zerstörung der Natur für die Waldsiedlung unausweichlich?
08Jun

Ist die Zerstörung der Natur für die Waldsiedlung unausweichlich?

Waldsiedlung PlanAls die Röttigerkaserne  mit dem angrenzenden  Standortübungsplatz 2004 geschlossen wurde, entstand ein Leitprojekt der Metropolregion Hamburg  zur weiteren Nutzung und Gestaltung des ehemaligen Bundeswehrgeländes. Es wurde ein sogenannter Masterplan aufgestellt, Teil des Planes ist die Errichtung einer Waldsiedlung mit großzügigen Grundstücken.  Hierzu müssen 15 ha Mischwald größtenteils vernichtet werden.

Waldsiedlung 01Bis auf die Grünen haben alle Parteien im Neu Wulmstorfer Rat für die Umsetzung des Bauvorhabens gestimmt. Inzwischen sind 10 Jahre vergangen und das betroffene Waldgrundstück entwickelt sich zu einem hochwertigen Mischwald.  Eichen und Buchen haben dort ein Alter von bis zu 20 Jahren. Auch alle weiter angrenzenden Bereiche sind von hoher Bedeutung für den Arten- und Biotopschutz.

Im Masterplan werden zur Entwicklung naturnaher Biotope drei Zonen benannt:

Waldsiedlung 03Das Feuchtgebiet Nord, bereits im Masterplan als „Kernzone“ beschrieben, hat sich inzwischen zu einem schützenswerten Biotop entwickelt. Eine Umwidmung dieser Fläche zum Naturschutzgebiet ist in Arbeit.  Der daran angrenzende nördliche Teil der Waldsiedlung wird hierfür im Masterplan als „Pufferzone“ beschrieben, um biotopschädigende Einwirkungen innerhalb des Gesamtgebietes abzupuffern.

Die künftigen  Bewohner der Siedlung werden allein durch normale Alltagsverrichtungen wie Rasenmähen, Grillen, Hochdruckreinigung, Nutzung von holzbefeuerten Kaminen, Tierhaltung usw.  die natürliche Umgebung negativ beeinträchtigen. Mehrere hundert Kraftfahrzeuge werden vom Fischbecker Heidbrook aus dorthin gelangen. Eine geplante Waldsiedlung 04Freizeitanlage im südwestlichen Zipfel des gesamten Areals wird ebenfalls von dort aus zu erreichen sein. Das bedeutet zwangsläufig eine Beeinträchtigung der Natur mit der Gefahr des Rückzuges und Zerstörung  bedrohter Arten.

Welches Interesse hat die Gemeinde Neu Wulmstorf, von Steuereinnahmen abgesehen, diese Exklave (es wird nur eine fußläufige Anbindung an den Ort geben) errichten zu lassen?

Die Bürgerinitiative gegen die Waldsiedlung macht weiter auf die Situation aufmerksam. Nachdem bereits 800 Bürger gegen das Bauvorhaben unterschrieben haben, werden am

Samstag, den 11. Juni ab 10 Uhr auf dem Gelände vor dem Edeka / Warncke (nördlich der S-Bahn)

weitere Unterschriften gesammelt.

Hierzu sind weitere Mitstreiter aufgerufen aktiv dabei zu sein!

Hier diese Information zum Ausdrucken.

Kerstin Münnich-Krüger

(BI Gegen die Waldsiedlung, Mitglied Bündnis 90/Die Grünen NW)

 

 

 

Verfasst am 08.06.2016 um 19:48 Uhr von .
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Kommentare

  1. Kerstin Münnich-Krüger14. Juni 2016
  2. Kerstin Münnich-Krüger12. Juni 2016

    Wir haben es gelernt aber wann endlich merken es die anderen?

    Antworten
  3. Michael11. Juni 2016

    Quelle:
    http://www.wwf.de/themen-projekte/waelder/schutzgebiete/waldschutz/

    “… die Wälder sind in Gefahr. Weltweit hat der Mensch bereits mehr als die Hälfte der Wälder vernichtet. Die Entwaldungsrate ist nach wie vor ungebremst. Rund um den Globus gehen jedes Jahr 13 Millionen Hektar Wald verloren – so viel wie 35 Fußballfelder pro Minute. Illegaler Holzeinschlag, Brandrodung oder Umwandlung in Agrarland sind die Hauptursachen. Der meiste Wald schwindet in den artenreichen Tropen. Doch Europa hat in den vergangenen 8.000 Jahren bereits 80 bis 90 Prozent seiner einstigen Bewaldung verloren.

    Gleichzeitig nimmt auch die ökologische Qualität der Wälder ab. Nur noch etwa 40 Prozent der verbliebenen Wälder können als intakt und unzerschnitten angesehen werden. Und knapp 40 Prozent davon wiederum gelten als ernsthaft bedroht – durch Abholzungen, Straßenbau, durch von Menschen gelegte Feuer und Umwandlung in landwirtschaftliche Flächen.”

    … oder in eine Waldsiedlung!

    Wann lernen wir endlich, dass Wälder das wichtigste und wertvollste auf der Welt sind?

    Antworten

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