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13May

Logistik – und immer wieder Logistik

In einer globalisierten Welt spielt der Transport von A nach B eine sehr große Rolle. Während in Hamburg Teile des Hafengebiets zu exklusivem Büro- und Wohnraum umgewidmet werden, setzen die Entscheidungsträger von Politik und Wirtschaftsförderungsgesellschaften im Landkreis Harburg auf die Logistikbranche. Die Erweiterungen und der Neubau von Lkw-Rastplätzen stehen ebenso im Zentrum der Politik. Lkw sollen auf Abruf bereit stehen.

Ob in Neu Wulmstorf, Mienenbüttel, Wennerstorf, Luhdorf, Thieshope, Döhle usw. wird Kulturlandschaft in Logistikflächen umgewandelt oder es bestehen Pläne dazu. Dabei wird der Bedarf an Lagerflächen grenzenlos überschätzt. Am Trelder Berg warten immer noch 20.000 qm auf einen Mieter, auch der Eurolog Rade in Wennerstorf steht fast zur Hälfte leer. 150 Arbeitsplätze wurden vor vier Jahren versprochen, keine 50 Menschen arbeiten auf dem 69.000 qm großen Areal.
Das 80 ha große Mega-Projekt LogPark Hamburg in Mienenbüttel kommt trotz zinsgünstiger Kommunalkredite nicht recht voran und ist das umstrittenste Logistikareal in der Region. Riesige Sanddünen weisen dort auf Begehrlichkeiten der Branche hin.

Die Bürgerinnen und Bürger an den Standorten wehren sich gegen diese überflüssigen Vorhaben. Lärm, Abgase, Dreck und Lichtsmog vermindern die Wohn- und Lebensqualität der Menschen in unmittelbarer Nähe. Die Gefährdung der Kinder und Alten auf den Dorfstraßen durch Maut flüchtende Trucker wächst zunehmend. Das Sinken der Immobilienpreise ist ebenso ein großer Nachteil für die Anwohner.

Probleme mit dem Oberflächen- und Grundwasser als Folge der Flächenversiegelung zeichnen sich jetzt schon bei den im Bau befindlichen Projekten ab. Starkregen führt zu Überflutungen, Brunnen jedoch versiegen.

Landschaftszerstörung, Flächenversiegelung und das Sinken der Wohnqualität wiegen nicht die wenigen Arbeitsplätze auf, die geschaffen wurden. Häufig werden sogar noch nicht einmal neue Arbeitsplätze bereit gestellt, sondern nur von Hamburg verlagert. Oft ist der Arbeitsplatzsaldo sogar negativ. So geschehen im LogPark.

Ein Drittel der Beschäftigten an den Logistikstandorten der Nordheide kommt aus Hamburg und erreicht wegen des mangelhaften öffentlichen Personennahverkehrs nur mit privatem Pkw den Arbeitsplatz. Das führt zu mehrfachem CO2-Ausstoß.

Das einseitige Setzen auf wirtschaftliche Monokulturen ist ökologisch und ökonomisch unsinnig.

Wir bevorzugen den Branchenmix und die Nutzung der bisher ausgewiesenen Gewerbegebiete im Landkreis.

Logistik, dazu gehören Transport, Lagerung, Kommissionieren und Konfektionieren, gehören nach Hamburg in den Hafen und nicht in den Landkreis Harburg.

Sowieso muss der Transport von Gütern und Waren von der Straße aufs Bahngleis verlagert werden. Hierauf sollten sich Wirtschaft und Politik konzentrieren. Denn nicht ein Mehr an Gütermengen wird in einer globalisierten Welt befördert, sondern die Wegstrecken werden länger.

Spargel aus Peru, Kartoffeln aus Ägypten, Blumen aus Kolumbien oder Kenia, Joghurt und Mineralwasserflaschen werden quer durch Europa befördert – brauchen wir das wirklich?

Hier ist auch der Konsument gefordert, er sollte seine Marktmacht gezielt einsetzen.

Manfred Thiel

Kreistagskandidat für Neu Wulmstorf zur Kreistagswahl 2011

Verfasst am 13.05.2011 um 10:05 Uhr von .
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